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Die Koppelsaison beginnt! Richtig Anweiden und die Gefahren auf der Koppel

Richtig Anweiden: So startet Ihr Pferd gesund in die Koppelsaison!

Frisches Gras ist für die meisten Pferde ein ganz besonderer Leckerbissen. Daher scharren viele Pferde im Frühjahr schon buchstäblich mit den Hufen, um zum Anweiden auf die Koppel zu kommen. Aber Vorsicht: Gerade das erste, frische Gras im Frühjahr kann für Pferde besonders gefährlich werden.

 

Achtung vor frischem Gras im Frühling

Das erste Gras auf der Koppel kann für Pferde ganz schön heimtückisch sein. Das liegt vor allem an zwei entscheidenden Faktoren:

Nach dem Winter ist die Verdauung der Pferde nicht auf Gras vorbereitet

Über den Winter gewöhnt sich die Verdauung von im Stall gehaltenen Pferde an überwiegend trockenes, rohfaserreiches und eiweißarmes Futter. Daher stellt das feuchte, rohfaserarme Gras von der Frühlingsweide mit seinem hohen Eiweiß- und Zuckergehalt eine immense Umstellung für die Verdauung dar. Denn um das Graß ordentlich verdauen zu können, benötigen Pferde spezielle Darmbakterien. Diese haben sich aber über den Winter verringert und müssen sich erst nach und nach beim Anweiden wieder bilden.

Im Frühlingsgras steckt viel mehr Fruktan

Frühlingsgras hat es buchstäblich in sich. Denn bevor die Triebe so richtig in die Höhe schießen, sammelt das junge Gras erst mal seine Kräfte. So kommt es, dass im ersten, kurzen Frühlingsgras besonders viel energiereiches Fruktan gespeichert ist. Der hohe Zucker- und Eiweißgehalt des frischen Weidegrüns kann die Verdauung der Pferde ganz schön durcheinanderbringen und neben Verdauungsbeschwerden auch Krankheiten verursachen.

 

Mögliche Folgen von zu schnellem Anweiden

Fressen Pferde im Frühjahr zu schnell zu viel Gras kommt es zu einer erhöhten Zucker- und Stärkezufuhr, in dessen Folge sich die Laktobazillen explosionsartig vermehren können. Diese kann zu einer Übersäuerung im Verdauungstrakt führen, die wiederum ein Auslöser von Magen-Darmerkrankungen wie Koliken und Schleimhautentzündungen ist. Außerdem können durch die Übersäuerung nützliche Darmbakterien abgetötet werden und setzen Giftstoffe frei, die im Blutkreislauf kleine Blutgerinsel bilden. Das Überangebot an Eiweiß kann den Stoffwechsel zusätzlich belasten und speziell Leber und Nieren beeinträchtigen. Als weitere Folgeerscheinung können sich die Kapillargefäße der Huflederhaut verengen und es besteht die Gefahr, dass es zu einer Entzündung oder einem Hufrehe-Schub kommt.
Ein deutlich sichtbares Anzeichen eines Eiweißüberschusses durch zu schnelles Anweiden oder zu viel Gras sind dicke und angelaufene Beine der Pferde.

 

10 Tipps zum richtigen Anweiden der Pferde

1. Bei frostig kaltem Wetter im Frühjahr ist besondere Vorsicht geboten, denn dann ist der Fruktangehalt im Gras am höchsten.
2. Nach kalten Nächten sollten Pferde nicht gleich in der Früh auf die Koppel gelassen werden.
3. Meiden Sie kurze Koppeln für das Anweiden. Abgefressenes und kurz geschnittenes Gras enthält viel Fruktan. Höheres Gras enthält hingegen mehr Fasern und weniger Nährstoffe.
4. Pferde mit Vorerkrankungen wie EMS, Cushing oder Hufrehe, sind besonders gefährdet. Das Anweiden und der Koppelgang sollte vorab mit dem Tierarzt abgestimmt werden. frisches Gras könnte hier sehr gefählrich werden.
5. Heu vor dem Weidegang vermindert den Fressdrang der Pferde.
6. Eine Fressbremse kann den Gras Konsum zusätzlich bremsen. Sie sollte jedoch nur bei Pferden zum Einsatz kommen, die trotz Fressbremse trinken können.
7. Nutzen Sie zum Anweiden nicht das Frühjahr sondern starten Sie erst ab Juni.
8. Starten Sie das Anweiden mit einer Viertelstunde Weidezeit am Tag und erhöhen Sie die Weidezeit alle zwei Tage um 15 Minuten.
9. Nach der ersten Woche ist bis zu 2 x 1 Stunde sinnvoll.
10. Die empfohlene Maximaldauer von 4 Stunden wird nach gut 2 Wochen Anweiden erreicht.

Wann ist das Grasen für Pferde am sichersten?

  • Frostiges oder kaltes Wetter (unter 5°C) und Sonnenschein: Gras wächst nicht, speichert aber wegen vermehrter Photosynthese massiv Fruktan. Sehr hohe Rehegefahr.
  • Warmes Wetter (über 20 Grad), bedeckter Himmel: Gras wächst, speichert aber kaum Fruktan. Geringe Rehegefahr.
  • Warmes Wetter, Sonnenschein, massive Trockenheit: Gras wächst kaum, Fruktanspeicher werden gefüllt. Erhöhte Rehegefahr.
  • Warmes Wetter, Sonnenschein, genug Feuchtigkeit: Gras wächst, Fruktanspeicher werden abgebaut. Geringe Rehegefahr. Wichtig: Ab Mittag füllen sich Fruktanspeicher wieder.

 

Weitere Gefahrenquellen für Pferde auf Weiden und Koppeln

1. Der Weidezaun sollte vor dem Anweiden und danach regelmäßig kontrolliert werden, damit sich die Pferde nicht verfangen und verletzen kann.
2. Im Sommer sollte auf der Koppel ein Unterstand vorhanden sein (Sonnenschutz).
3. Das Weidefass sollte keine Kanten haben, die Deichsel sollte für die Pferde keine Stolperfalle sein.
4. Holzpfähle und Unterstand sollten frei von Splittern sein
5. Bei Bäumen ist auf unreife Äpfel und Prozessionsspinner zu achten.
6. Achten Sie auf giftige Pflanzen wie das Jakobskreuzkraut.

Manche Pferde neigen auf der Koppel zu übermütigem Verhalten. Also sorgen Sie schon vor dem ersten Weidegang dafür, dass sich ihr Pferd bereits ausgepowert hat und später umso ruhiger ist.

 

EquiCrown Expertentipp

Die eiweißreiche Kost auf der Weide kann nicht nur die Verdauung belasten sondern auch zu angelaufenen Beinen und einer Ansammlung von Eiweißen und Schadstoffen in den Beinen der Pferde führen.

Durch den gleichmäßigen Druck der EquiCrown Kompressionsbandagen wird sowohl der Lymphfluss als auch der Blutkreislauf angeregt. Die angestaute Lymphflüssigkeit mit samt den Stoffwechselprodukten und Eiweißen wird antransportiert und die Beine werden wieder dünner.

Die EquiCrown SkinRelief eignet sich besten zur Behandlung von kleineren Wunden oder Verletzungen die auf der Koppel schnell entstehen können. Durch das enthaltene Mikrosilber wirkt die SkinRelief antibakteriell und fördert zudem die Hautregeneration.

 


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