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Fesselträgerschaden – Symptome, Diagnose und Behandlung

Der Fesselträgerschaden gehört zu den häufigsten und komplexesten Ursachen einer Lahmheit beim Pferd. Es handelt sich um eine Überlastung die zu einer Zerrung führt, die wiederum eine Entzündung auslöst.
In den meisten Fällen bedeutet die Diagnose Fesselträgerschaden eine Auszeit von mindestens einem halben Jahr, denn das Sehnengewebe braucht aufgrund seiner geringen Durchblutung deutlich länger zur Heilung als Muskelgewebe.

Gerade deshalb ist es wichtig, einen Fesselträgerschaden komplett ausheilen zu lassen, damit die Erkrankung keinen wiederkehrenden oder chronischen Verlauf nimmt.

 


 

Fesselträgerschaden – Gut zu wissen!

Der Heilungsprozess ist oft langwierig und erfordert viel Geduld vom Reiter

  • Beim Fesselträgerschaden verstärkt sich die Lahmheit durch die Beugeprobe
  • Starkes Einsinken auf zu weichen Böden kann zum Fesselträgersyndrom führen
  • Zerrungen des Fesselträgers betreffen meist den oberen Anteil (Ursprung)
  • In den meisten Fällen, sind die vorderen Gliedmaßen betroffen
  • Starke Belastung va. bei kurzfristiger Fußung einer Schultergliedmaße z.B. bei der Landung nach einem Sprung, oder einer Einbeinstütze z.B. im Galopp
  • Starke Belastung in der Hinterhand va. beim Absprung vor Hindernissen
  • Pferde mit einer langen Fesselung sind oftmals anfälliger für Erkrankungen/Verletzungen des Fesselträgers

 


 

Anatomie und Aufgaben des Fesselträgers

Auch wenn der Fesselträger als Musculus interosseus medius bezeichnet wird, handelt es sich genauer betrachtet um eine Sehnen-Band-Struktur mit nur geringem muskulärem Anteil.

Der Fesselträger setzt zwischen den Griffelbeinen (axiale Fläche des Griffelbeinköpfchens) an. Er verläuft entlang der Röhre und teilt sich im Unteren Drittel in zwei Schenkel. Hierbei haftet ein Teil an das gleichseitige Gleichbein (Sesambein) und der andere Teil zieht seitlich nach vorne und wirkt als Unterstützungsschenkel für die gemeinsame Strecksehne.
Der gesamte Fesselträgerapparat wirkt wie ein Stoßdämpfer und übernimmt in der Stützbeinphase die Körperlast durch Fixierung des Fesselgelenks, damit einer massiven Überdehnung entgegengewirkt wird.
In der Bewegungsphase übernimmt außerdem der Fesselträger die Speicherung und die Abgabe einer elastischen Dehnungsenergie, d.h. vor dem Aufprall des Hufes auf den Boden nimmt die Spannung des Trageapparates zu und speichert Energie, weiche bei der Abfußungsphase wieder unterstützend abgegeben wird.

Beim Fesselträgerschaden ist meist der obere Anteil des Fesselträgers (Ursprung) betroffen. Dieser Bereich beginnt wenige Zentimeter unter dem Erbsenbein.

 

Die häufigsten Ursachen einer Verletzung des Fesselträgers

Der Fesselträgerschaden ist in der Regel eine Überlastungserscheinung des Fesselträgerapparates. Das Einsinken des Fesselkopfes auf sehr weichen Böden oder starken Belastungen steigert die mechanische Belastung auf die Band­ Sehnen-Struktur. Dabei kommt es zu einer Zerrung, einer Entzündung, Mikrorupturen oder sogar zu Ausrissfrakturen.
Fehlstellungen, mangelndes Training bzw. unzureichender Trainingszustand oder Unausgeglichenheiten können ein einseitiges Auftreten eines Fesselträgerschadens begünstigen.

 

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Symptome und Diagnose

Ein mögliches Indiz ob es sich tatsächlich um einen Fesselträgerschaden handelt, bietet die Zehenbeugeprobe. Dabei wird die Zehe des Pferdes im abgewinkelten Zustand gehalten, sobald die Gliedmaße abgesetzt wird, muss das Pferd losgetrabt werden.
Oftmals zeigt das Pferd bereits während der Beugeprobe die Unannehmlichkeit, indem es versucht dem Beugen auszuweichen. Tritt die Lahmheit im Anschluss deutlicher zu Tage, ist es sinnvoll einen Tierarzt hinzuzuziehen.

Es könnte auch eine Gelenkbeteiligung ursächlich sein. Verstärkt sich die Lahmheit auf weichem Boden, so ist dies ein weiterer Hinweis.
In manchen Fällen kommt es bei  einem Schaden des Fessetlrägerursprungs außerdem zu einer leichten Schwellung und  vermehrte Wärme im oberen Metacarpalbereich.
Dank des Einsatzes von moderner Röntgen ­und Ultraschalldiagnostik wird ein Fesselträgerschaden heutzutage eher und eindeutiger erkannt und lässt sich damit auch schneller und gezielter behandeln.

 

Behandlung und Vorbeugung

Als direkte Maßnahme ist sofortige Entlastung mit Boxenruhe und kontrollierter Schrittführung wichtig. Der Weidegang birgt das Risiko unkontrollierter Bewegungen und sollte vorerst ausgesetzt werden.

Wird der Fesselträgerschaden früh erkannt und abgewartet bis die Symptome laut Ultraschallbefund wieder völlig abgeklungen sind, erlangen die allermeisten Pferde Ihre volle Sporttauglichkeit zurück.
Entzündungshemmer helfen dabei, dass die Schwellung abklingen kann.

Weitere Therapieansätze sind z.B. Stoßwellentherapie, die Behandlung mit Stammzellen oder Injektion von aufbereitetem Blutplasma, sowie Lymphdrainage, Kompressiontherapie mit unseren Bandagen EquiCrown fit und EquiCrown active (bei bereits bestehender Durchtrittigkeit, ist eine Anwendung leider nicht möglich) und Durchblutungsfördernde Einreibungen, können den Heilungsverlauf positiv beeinflussen.

Begleitend dazu empfiehlt es sich durch eine angepasste Hufbereitung das Einsinken des Fesselträgers einzudämmen. Dies geschieht zum Beispiel mit runden, hinten geschlossenen Eisen die den Fesseltrageapparat unterstützen.
Natürlich muss der Beschlag immer dem Schaden bzw. der Erkrankung, sowie dem allgemeinen Bewegungsablauf angepasst sein. Zur Vorbeugung sollte der Wiedereinstieg nur Schritt für Schritt und äußerst behutsam erfolgen.

Ein konsequenter Aufbau, welcher durch eine langsame Steigerung durchgeführt wird erzielt den größtmöglichen Heilungsverlauf.
Untergründe auf denen der Fesselkopf einsinkt sollten insbesondere in dieser Zeit komplett gemieden werden.

 

EquiCrown Expertentipp

Die EquiCrown Kompressionsbandagen unterstützen die Regeneration eines Fesselträgerschadens gleich in mehrfacher Hinsicht.
So wirkt die Kompression der Schwellung entgegen und regt außerdem die Durchblutung und den Lymphabfluss an.
Das fördert den Abtransport von beschädigten Zellen und Schadstoffen sowie die Erneuerung des Gewebes.

 


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