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Blutegel in der Entstauungstherapie bei Pferden

Der medizinische Blutegel, auch Hirudo medicinalis genannt, ist ein bis zu 15 Zentimeter langer und 2 Zentimeter breiter, blutsaugender Ektoparasit, welcher in Süßwassergebieten beheimatet ist.

Die Blutegeltherapie wird bei einer Vielzahl an Einsatzmöglichkeiten angewendet, ein Teilbereich davon ist die Entstauungstherapie.
Wir möchten Ihnen die Therapiemöglichkeiten mit Blutegeln erklären, Ihnen aufzeigen was bei der Behandlung zu beachten ist und Ihnen allgemeine Infos über die beliebte Blutegelbehandlung geben.

 


Blutegel – Gut zu wissen!

  • Zwitter
  • Olivgrün-bräunlich mit rötlichem Streifen – die Tiere fallen in die Artengruppe der Ringelwürmer.
  • Blutegel können bis zu 24 Monate ohne Nahrung aushalten.
  • Zu finden sind sie in Tümpeln, Teichen und sehr langsam fließenden Gewässern.
  • Es gibt rund 600 verschiedene Arten.
  • Blutegel können bis zu 30 Jahre alt werden.

 

Was bewirken Blutegel beim Pferd?

Die Blutegeltherapie findet sowohl in der Humanmedizin als auch in der Veterinärmedizin, immer mehr Zuspruch. Obwohl diese Therapieform schon bereits vor Jahrzehnten erfolgreich angewandt wurde, ist sie zwischenzeitlich fast in Vergessenheit geraten. Aufgrund der Vielzahl an Einsatzmöglichkeiten, erleben wir heutzutage einen regelrechten Therapieboom.
Der Speichel des Blutegels ist eine regelrechte Apotheke an diversen Wirkstoffen, welche als Einzelstoffe einen regelmäßigen Einsatz in der Medizin finden. Aus diesem Grund wurden sie als Fertigarzneimittel eingestuft und unterliegen der gleichen Prüfung, wie zulassungspflichtige  Arzneimittel.

Der Speichel der kleinen Würmer wirkt wahre Wunder und wird nicht grundlos als Medizincocktail bezeichnet. Die drei bekanntesten Inhaltsstoffe Hirudin, Calin und Hyaluronidase sind relevant für den Heilungsprozess.

Hirudin – Gilt als Blutflussfördern und gerinnungshemmend.
Calin – Bewirkt eine möglichst lange Nachwirkzeit für eine sorgfältige Säuberung der Wunde und dient ebenfalls der Gerinnungshemmung.
Hyaluronidase – Ist für die Entschlackung des Bindegewebes zuständig und beinhaltet zudem einen antibiotischen Wirkstoff.

Nach dem Abfallen der Egel beginnt die Nachblutzeit, auch „kleiner Aderlass“ genannt. Dieses Nachbluten kann bis zu 12 Stunden andauern. Die Pferde verlieren in dieser Zeit aber nicht mehr als 40 bis 50 ml Blut. Der „kleine Aderlass“ soll vielmehr eine natürliche Wundreinigung bewirken.
Bitte denken Sie daran, dass es sich hierbei um kleine Bisswunden handelt, welche sich auch infizieren können. Sollte eine anschließende Verunreinigung der Bissstelle nicht vermieden werden können, wird eine Abdeckung durch Verbandsmaterial oder Klebepflaster empfohlen.

Welche Krankheiten werden mit der Blutegeltherapie bei Pferden behandelt?

Durch die Blutegelbehandlung werden sowohl der Lymphstrom, als auch der venöse Abfluss angeregt. So wird eine sofortige schmerzlindernde Wirkung erzielt. Der „kleine Aderlass“ ermöglicht eine sofortige Entlastung der Pferde. Bei folgenden Krankheitsbildern, findet der Blutegel seinen Einsatz:

  • Arthrose (z.B. Spat, Schale, etc.)
  • Arthritis
  • Erkrankungen der unteren Extremitäten (z.B. Hufrehe)
  • Erkrankungen des Bänder- und Sehnenapparates
  • Druckstellen (z.B. Satteldruck)
  • Ekzemen, Erkrankungen der Haut (z.B. Mauke)
  • Muskelproblemen (z.B. Muskelschmerzen, Muskelverhärtungen)
  • Behandlung von Narbengewebe
  • Abszessen
  • Hämatomen
  • Ödemen
  • Phlegmone
  • Entzündungen (z.B. Nerven, Euterentzündungen,..)
  • Bisswunden
  • Gelenkgallen
  • Venenerkrankungen
  • Wundheilungsstörungen

Wenn der Egel sich komplett mit Blut vollgesaugt hat, fällt er von selbst wieder vom Körper des Pferdes ab. In diesem Zustand ist er dann fünf Mal so dick wie anfänglich. Auf keinen Fall dürfen Sie die Tiere mit Gewalt entfernen, da sie sich sonst übergeben. Die Darmbakterien lösen dann eine Wundinfektion aus und es kann zu entzündlichen Reaktionen an der Bissstelle kommen.

 

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Ist Ihr Pferd für die Egelbehandlung geeignet?

Die Blutegeltherapie darf nicht bei allen Pferden durchgeführt werden. Pferde die blutverdünnende Medikamente erhalten oder an Anämie leiden, sollten nicht geegelt werden. Zudem sollten Sie Ihr Pferd keiner Egeltherapie aussetzen, wenn es keinen stabilen Allgemeinzustand hat. Da es sehr schwer beurteilbar ist, ob bei Ihrem Pferd die Behandlung mit den Blutegeln durchführbar ist, sollten Sie immer einen geschulten Therapeut oder Arzt zu Rate ziehen.

INFO:
Eine Behandlung darf ausschließlich bei NICHT LEBENSMITTELLIEFERNDEN TIEREN erfolgen, da derzeit keine für die Tiermedizin zugelassenen medizinischen Blutegel zur Verfügung stehen. Eine Umwidmung von einem LM-Tier in ein Nicht LM-Tier, darf ausschließlich von einem Tierarzt durchgeführt werden.

 

Was ist bei der Blutegelbehandlung zu beachten?

Blutegel sind äußerst sensible Tiere. So muss bei der Blutegeltherapie beachtet werden, dass die Tiere nur dann zubeißen wenn alle Bedingungen für sie passen.

Blutegel: So wählerisch sind die kleinen Tiere wirklich!

  • Eine hohe Wasserqualität, sowie eine Temperatur von 15 Grad benötigen die Tiere
  • Temperaturschwankungen, Gewitter sowie unnötige Wasserbewegungen können ihnen den Appetit verderben
  • Vor der Behandlung sollten Knoblauch im Futter, Kräuter mit einem hohen Anteil an ätherischen Ölen und Salbenrückstände vermieden werden
  • Zudem mögen Blutegel keine Desinfektionsmittel, Mähnen- oder Fliegenspray

Die Egel werden in der Regel kein zweites Mal in der Therapie angewandt. Falls sie nochmal anbeißen sollen, müssen sie acht Monate in Quarantäne verbringen und komplett ausgehungert sein. Nach dieser Zeit haben die Egel wieder Appetit und beißen. Zu beachten ist dann lediglich, dass sie nur bei demselben Pferd wieder angesetzt werden dürfen, da die Infektionsgefahr sonst zu groß ist.

♥ EquiCrown Expertentipp:

Unsere Pferdetherapeutin Vanessa Lang ist eine gelernte tiermedizinische Fachangestellte mit den Zusatzausbildungen Pferdephysiotherapie, Osteopathie sowie Lymphtherapie, mit der wir, das EquiCrown Team, eng zusammen arbeiten. Anzutreffen ist die Therapeutin auf einigen unserer Messen.

Sie haben Fragen zur Blutegeltherapie? Wenden Sie sich gerne vertrauensvoll an Frau Lang. Sie ist mit der Egelbehandlung vertraut und hilft Ihnen gerne weiter. pferdetherapie-lang

 


 

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