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Stoffwechselstörung bei Pferden – Wie Sie diese erkennen und Ihrem Pferd helfen können!

Sehnenprobleme, Gallen an den Fesseln und den Sprunggelenken, angelaufene Beine, schwammige Karpal- und Sprunggelenke: Pferde haben immer häufiger gesundheitliche Probleme, die sich an den Beinen bemerkbar machen. Dahinter kann eine Stoffwechselerkrankung beim Pferd stecken. Denn die Tiere sind heute eher überernährt, nehmen einen ungünstigen Nährstoffmix auf und bewegen sich zu wenig. Das sind jedoch keine Probleme, gegen die man nichts tun könnte: Stoffwechselprobleme beim Pferd sind mit einfachen Mitteln therapierbar. Es ist gar nicht so schwer, seinem Pferd zu helfen.

Wie funktioniert der Stoffwechsel beim Pferd?

Stoffwechsel bedeutet erst einmal, dass Stoffe ausgewechselt werden: Im Verdauungssystem wird die Nahrung soweit aufgespalten, dass die wichtigen Nahrungsmittel in Form von Molekülen herausgelöst und im Körper verteilt werden können. Von A wie Aminosäure bis Z wie Zucker ist alles dabei. Die Moleküle werden allerdings nicht nur einfach irgendwie im Körper verteilt, sondern werden dort auch neu zusammengesetzt, kombiniert, gespeichert und wieder ausgeschieden.

Soweit ist der Stoffwechsel beim Pferd noch genauso wie beim Menschen. Futtermoleküle beispielsweise führen den Zellen Energie zu, andere werden von Spaltenzymen zerlegt, werden zu Farbstoffen, Baustoffen (für die Zellregeneration) oder zu Botenstoffen (für das Nervensystem, das Hormonsystem und verschiedene andere Systeme) neu zusammengesetzt. Was “verheizt” ist, scheidet der Körper wieder aus.
Der Stoffwechsel eines Pferdes ist enorm komplex und arbeitet ununterbrochen: Geschätzte 50 Billiarden Vorgänge in jeder Sekunde sollten wir annehmen. Warum nur eine Annahme? Weil das biochemische Dauerfeuer im Körper so schnell und komplex abläuft, dass man es bis heute nicht wirklich genau nachvollziehen oder gar auszählen und quantitativ messen kann.
Deshalb spricht man immer noch zusammengefasst vom Stoffwechsel – Stoffe werden ununterbrochen in andere Stoffe umgewandelt.

Wie effektiv der Stoffwechsel arbeitet, wird unter anderem von den Umweltbedingungen wie Temperatur und Luftfeuchtigkeit beeinflusst. Denn auch über die Haut und über die Atmung gelangen stoffwechsel-relevante Stoffe in den Körper.
Fachleute unterscheiden zwischen dem Darmstoffwechsel und dem Stoffwechsel, der außerhalb des Darms abläuft. Der Darmstoffwechsel wird von Kohlenhydraten wie Stärke, Zucker und Rohfasern, von Eiweiß (Proteinen und Aminosäuren) sowie Fett, Mineralstoffen und Vitaminen gefüttert. Dabei sind die Kohlenhydrate wichtig für die Leistung, sie halten als Brennstoff die Zellen am Laufen. Das geht aber nicht ohne Eiweiß, denn das ist für die Regenration der Zellen wichtig.
Fett kann aufgespalten und in Kohlenhydrate verwandelt werden – Eiweiß bei Bedarf also auch. Und damit ist klar, wie kompliziert es eigentlich ist.
Wir fassen zusammen: Der Stoffwechsel ist die Umwandlung der Stoffe aus der Nahrung in die Stoffe, die das Tier am Leben halten. Damit der Stoffwechsel funktioniert, kommt es auf Enzyme, Hormone und das Nervensystem an – die wiederum auf einen gut funktionierenden Stoffwechsel angewiesen sind, um ihre Arbeit zu tun.

Pferde haben alle wichtigen Grundstoffe des Stoffwechsels in ausreichender Menge zur Verfügung, wenn sie gutes Heu und bei hoher Leistung hochwertiges Kraftfutter fressen. Für eine ideale Versorgung reicht Heu alleine nicht aus, denn das enthält oft weniger Selen und Zink. Warum? Weil die Weideböden es den Gräsern, aus denen das Heu gemacht ist, einfach nicht mehr bieten. Und noch etwas hat sich in den letzten Jahrzehnten gewandelt: Längst nicht mehr wächst die gleiche, ausgewogene Vielfalt an Wildkräutern und -gräsern auf jeder Wiese, die die Tiere eigentlich brauchen. Deshalb sind auch Weidetiere von Zufütterungen und Nahrungsergänzung abhängig. In vielen Gegenden dominieren schon seit einigen Jahren zuckerreiche, süße Gräser wie beispielsweise das Deutsche Weidelgras. Der hohe Zuckergehalt hat einen sinkenden Proteingehalt im Heu zur Folge – und so zuckerreiches Futter verträgt der Stoffwechsel des Pferdes einfach nicht so gut. Trotzdem fressen die Pferde das süße Heu natürlich gerne. Der Zuckerschub begünstigt die Entstehung einer Stoffwechselstörung oder Stoffwechselerkrankung bei Pferden. Aber es sind auch andere Faktoren, die die Zunahmen dieser Erkrankungen beeinflussen.

Wie erkenne ich eine Stoffwechselerkrankung und Stoffwechselstörung

Eine Stoffwechselstörung bei Pferden ist nicht das Gleiche wie eine Stoffwechselerkrankung beim Pferd. Trotzdem werden die Begriffe oft synonym gebraucht. Ist der Stoffwechsel gestört, äußert sich das in der Folge an Schäden der Zellen und der Organe. Wie genau die Auswirkungen sich zeigen, hängt davon ab, welche Störung genau vorliegt. Von Erkrankungen sprechen wir erst, wenn sich ein bekanntest Krankheitsbild manifestiert. Das kann sein:

  • Bei einem gestörten Kohlenhydratstoffwechsel die Krankheiten EMS und PSSM
  • Bei einem gestörten Fettstoffwechsel die Erkrankung Hyperlipidämie
  • Bei einer Störung im Kalziumstoffwechsel sind Verkalkungen der Sehnen das Krankheitsbild

Das sind allerdings nur einige Beispiele, die den Unterschied zwischen einer Stoffwechselerkrankung beim Pferd und der dahinterliegenden Stoffwechselstörung verdeutlichen sollen.

Welche Stoffwechselerkrankungen und Stoffwechselstörungen gibt es?

Es gibt tatsächlich einige Krankheitsbilder, die bis heute bekannt sind, und ein paar davon treten immer häufiger auf. Die vier häufigsten davon sind

  • Das Equine Metabolische Syndrom, kurz EMS
  • Das Equine Cushing Syndrom, kurz ECS
  • Das Equine Fibromyalgie Syndrom, kurz EFMS
  • Die Kryptopuyrrolurie, abgekürzt als KPU

Ein Pferd, das an einer der genannten Stoffwechselstörungen / Stöffwechselerkrankungen leidet, sollte immer einem Tierarzt vorgestellt werden. Stoffwechselstörungen und – erkrankungen werden beim Pferd über einen Bluttest oder einen Urintest nachgewiesen, manchmal werden auch beide Tests gemacht. Allerdings lassen sich über das Blutbild und die Urinwerte nur Stoffwechselstörungen bzw. Stoffwechselerkrankungen beim Pferd nachweisen – vorhandene Organschäden werden, wenn überhaupt, erst sehr spät erfasst. Nierenwerte beispielsweise zeigen sich erst im Blutbild, wenn die Niere bis zu 70 Prozent insuffizient arbeitet. Zu diesem Zeitpunkt ist sie nicht mehr funktional, und für die meisten Therapieansätze ist es zu spät. Auch die Leber kann betroffen sein. Sind die Organe aber erst einmal geschädigt, wird es schwer, dem Pferd nachhaltig und schnell zu helfen.
Es gilt also, jede Stoffwechselerkrankung beim Pferd so schnell wie möglich zu erkennen. Noch besser ist es natürlich, die Entstehung einer Stoffwechselstörung bei Pferden von vornherein zu vermeiden – sofern das möglich ist.

 

 

Ursachen und Folgeerscheinungen von Stoffwechselerkrankungen und Stoffwechselstörungen

Welche Anzeichen deuten darauf hin, dass eine genaue Untersuchung auf Probleme des Stoffwechsels beim Pferd wichtig sein könnte? Es gibt ein paar Anzeichen, die sich bei beginnenden Entzündungen oder Geschwüren im Bereich der Magenschleimhaut oder der Darmschleimhaut einstellen. Sie zeigen an, dass die Leber und/oder die Nieren überlastet sind, dass die Ausscheidung von Harnstoff mit Abfallstoffen nicht mehr korrekt funktioniert.
Die Frühmarker sind bei vielen Pferden:

  • Störungen im Haarkleid wie zum Beispiel Stichelhaare und Hungerhaare (einzelne längere Haare im Fell), Stumpfes Fell, schlechter oder langsamer Fellwechsel, unzureichendes Winterfell
  • Häufige Augenentzündungen und ein blauer Schimmer auf den Augen
  • Gallen an Fesseln und Sprunggelenken
  • Probleme mit den Sehnen, die sich nicht mit einem Unfall erklären lassen
  • Sogenannte Ruhetagsphlegmone, Aufwölbungen am Rücken, schwammige Karpal- und Sprunggelenke, Ödempolster an den Flanken
  • Hufrehe und Hufabszesse sowie Strahlfäule
  • Mangelnder Appetit und damit einhergehend schlechte Gewichtszunahme beziehungsweise eine Gewichtsabnahme, veränderte Kotkonsistenz und leichte Koliken
  • Außerordentlicher Konsum von Salz- und Minerallecksteinen
  • Schlechte Kondition, kein Konditionsaufbau und Leistungsabfall
  • Hautprobleme von Mauke über Pickel bis hin zu Talerflecke, auch Raspe, Ekzeme, Nesselfieber, Warzen, Sarkoide und eine generelle Neigung zu Parasiten und Pilzerkrankungen sowie Allergien und Überempfindlichkeit
  • Schlechte Wundheilung
  • Zu starkes oder zu schwaches Schwitzen, dadurch Hyperventilation

Probleme des Stoffwechsels beim Pferd erkannt – so helfen Sie Ihrem Pferd

Für therapeutische Maßnahmen im Rahmen einer Medikation ist erst einmal der Tierarzt gefragt. Aber ein paar einfache Faustregeln für Haltung, Fütterung und Bewegung können dem Pferd schon viel helfen und vor allem dauerhaft einer Verschlimmerung der Stoffwechselstörung bei Pferden vorbeugen.

In der Haltung:
Pflanzenmischungen, die in der Volksheilkunde zur sogenannten Entschlackung eingesetzt werden, können auch dem Pferd helfen und unterstützen insbesondere die Nierenfunktion. Brennnessel, Birkenblätter und Ackerschachtelhalm, Goldrute und Lindenblüten gehören zu diesen Kräutern, die in Apotheken und online erhältlich sind. Zudem sollten die Pferde immer eine Möglichkeit haben sich bei Nässe und Kälte unterzustellen.

Hinsichtlich der Fütterung:
Stellen Sie sicher, dass Ihr Pferd immer ausreichend Heu zur Verfügung hat, und zwar 24 Stunden am Tag. Rechnen Sie mit etwa 1,5 bis 2 Kilogramm je 100 Kilogramm Körpergewicht Ihres Pferdes. Auf Kraftfutter verzichten Sie bei der Pferdefütterung idealerweise komplett, denn insbesondere die Leber wird durch Zucker, Eiweiß und Fett damit zusätzlich belastet. Leckerlies wie Karotten und Äpfel enthalten viel Zucker und sollten daher ebenfalls wegfallen. Ein Salzleckstein ist wichtig, Mineralfutter kann sinnvoll sein – und natürlich viel frisches Wasser.
Der Stoffwechsel wird sich bei einer guten Fütterung selbst sanieren, dann kann auch irgendwann wieder vorsichtig Kraftfutter in kleinen Portionen angefüttert werden.
Raufutter wie Heu ist insgesamt sehr gut, Getreide weniger. Letzteres sollte wirklich nur gefüttert werden, wenn es absolut notwendig ist. Denn Pferde fressen von Natur aus kein Getreide.

In Sachen Bewegung:
Pferde, die mehr zum Freizeitvergnügen gehalten werden, sind meist chronisch unterbeschäftigt und nicht ausreichend bewegt. Und das ist für die Entwicklung einer Stoffwechselerkrankung beim Pferd ein echtes Problem. Die Tiere benötigen nämlich durchaus Bewegung und verbringen wildlebend nicht den ganzen Tag mit Fressen und Schlafen! Eine halbe Stunde Trab am Tag ist das mindeste an Bewegung und kann eine Insulininsuffizienz schnell verbessern.

 

EquiCrown Expertentipp 

Bei Problemen wie Gallen an den Sprunggelenken und anderen Schwellungen im Gewebe der Beine sind Kompressionsbandagen eine gute Möglichkeit, die Pferde zu unterstützten. Die Bandagen verhindern, dass sich beispielsweise Ruhetagsphlegmone bilden. Sehnenerkrankungen und angelaufene Beine werden mit den Bandagen ebenfalls erfolgreich therapiert. Der Druck von außen aktiviert und unterstützt das Lymphsystem.

Bei Hautproblemen wie Mauke, Raspen oder kleinen Verletzungen empfehlen wir die Behandlung mir der EquiCrown SkinRelief Hautpflege.

 


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