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Hilfe – mein Pferd hat ein Lymphödem

Immer öfter erkranken Pferde an Lymphödemen. Woran das liegt, wie man die Symptome eines Lymphödems erkennen kann und man darauf reagiert – das erläutert uns die Tierärztin Katharina Meier in einem Interview.

EquiCrown: Frau Meier, Lymphödeme bei Pferden werden heutzutage oft als „Modeerkrankung“ verschrien. Warum ist das so?

Katharina Meier: Pferde sind Lauftiere und haben einen starken Bewegungsdrang. Das hält das Lymphsystem in Schwung und der Abtransport der Lymphmasse ist gewährleistet. Früher vor dem Zweiten Weltkrieg hatten Pferde immer genug Bewegung, da sie hauptsächlich als Arbeitstiere fungierten. Heute im 21. Jahrhundert ist die Boxenhaltung an der Tagesordnung und Pferde haben dadurch viel weniger Möglichkeiten sich zu bewegen. Viele Pferdehalter wollen ihr Pferd am liebsten in Watte gepackt sehen und sie möglichst sorgsam behandeln. Dabei ist diese Haltung eher kontraproduktiv und fördert die Entstehung von Lymphödemen. Es ist aber nicht nur die mangelnde Bewegung, die dem Pferd schadet. Oft haben Pferde auch einfach von Natur aus wenig Lymphkollektoren, was auch wiederum zu einem verlangsamten Lymphabtransport führt. Man sollte sich zudem vor Augen führen, dass Pferde über 8000 Lymphknoten besitzen – und wo viele Schnittstellen sind, sind natürlich auch viele Staus möglich.

EquiCrown: Wie erkenne ich bei meinem Pferd ein Lymphödem?

Katharina Meier: Das, was als erstes ins Auge stößt, sind meist die angelaufenen Beine. Oft beginnt die Erkrankung am Bein hinten rechts, häufig sind beide Hinterbeine, seltener auch die Vorderbeine betroffen. Bei der Berührung des angelaufenen Beins fällt dann auf, dass es weder vermehrt warm noch schmerzhaft ist. Häufig verschwinden oder vermindern sich diese Symptome nachdem sich das Pferd ausreichend bewegt hat. Nach einigen Stunden oder über Nacht laufen die Beine dann aber wieder voll. Auch Gallen können ein erstes Anzeichen für ein nicht richtig funktionierendes Lymphsystem sein.

EquiCrown: Wenn man ein Lymphödem diagnostiziert hat – welche Maßnahmen soll der Pferdebesitzer ergreifen?

Katharina Meier: Viel Bewegung ist jetzt das A und O! Mindestens einmal pro Tag sollte ein ausführlicher Arbeitsgalopp durchgeführt werden, denn dadurch wird die Huf-Fesselgelenkspumpe aktiviert, die das Lymphsystem ankurbelt. Auch eine Kompressionstherapie ist nun vonnöten. Allerdings rate ich bei Lymphödemen von Wickelbandagen ab, da dieses zirkuläre Bandagieren auf Dauer die oberflächlichen Lymphgefäße abschnürt und somit einen Lymphfluss unterbindet. Die EquiCrown active Kompressionsbandage für Pferde hat hingegen einen kontinuierlichen Druckverlauf in der Bandage und fördert dadurch den Lymphtransport.

EquiCrown: Kann man einem Lymphödem vorbeugen?

Katharina Meier: Ja, das kann man. Wie bereits gesagt ist Bewegung sehr wichtig. Es ist außerdem empfehlenswert, das Pferd täglich mit vielen kleinen Portionen Rauhfutter zu füttern, sodass ein kontinuierliches Kauen den Magen-Darm-Trakt beschäftigt hält. Das ist deshalb ratsam, weil ein Großteil der Lymphknoten und damit auch der Lymphbahnen im Magen-Darm-Trakt liegen. Die Eigenmotorik des Darms unterstützt das Lymphsystem bei seiner Arbeit. Funktioniert das Lymphsystem im Körper, hat es auch weniger Arbeit mit den Beinen, da eine Sogwirkung entstehen kann und die Lymphe dadurch aus den Beinen „nachgezogen“ wird.

EquiCrown: Vielen Dank für das interessante und aufklärende Gespräch!

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