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Giftpflanzen – es gibt eine Vielzahl an tödlichen Pflanzen für Pferde

Der Verzehr von Giftpflanzen oder giftigen Pflanzen hat für Pferde und andere Weidetiere oft schwerwiegende Folgen, die im schlimmsten Falle auch zum Tod führen können. EquiCrown hat hier die wichtigsten Pflanzen aufgelistet, die Pferdebesitzer mit ihrem Liebling meiden sollen.

Bäume – auch Bäume können für Pferde giftig sein

1. Ahorn

Es gibt über 100 Ahorn-Arten und eine Vielzahl derer welche zu den Giftpflanzen für Pferde zählen. Vergiftungen zeigen sich in erster Linie durch Muskelschwäche und Muskelzittern. Erste Anzeichen für eine Vergiftung durch Ahorn können sich bereits in starkem Schwitzen oder schwankendem Gang zeigen. Der Fachbegriff für eine Vergiftung durch den Verzehr von Ahorn nennt man Weidemyopathie. Die Sterblichkeit der vergifteten Pferde liegt bei 75%, andere Quellen korrigieren die Zahl sogar auf 90-95 % nach oben. Besonders in den Herbst- und Wintermonaten, aber auch im Frühling, wenn sich kleine Ahornkeimlinge aussäen, ist Vorsicht geboten.

2. Eibe

Auch bei dem Verzehr der Nadeln einer Eibe kann bei einem Pferd bereits nach fünf Minuten der Tod eintreten. Zum Erliegen reicht schon eine Dosis von 100g der tödlichen Nadeln. Aber auch die Rinde und die Samen des Baumes zählen zu den giftigen Pflanzen. Symptome einer Vergiftung durch die Eibe sind unter anderem ein erhöhter Speichelfluss – oft haben Tiere auch Schaum vor dem Maul. Des Weiteren sind Krämpfe, Durchfall, schwankender Gang oder Atemlähmung typische Anzeichen für eine Eiben-Vergiftung.

3. Buche

Die Buche und insbesondere ihre Früchte, die Bucheckern, sind ebenfalls giftig für Pferde. Zwar müssen weit größere Mengen gefüttert werden, damit eine Vergiftung durch diesen Baum zum Tode führt – des Weiteren gilt es diesen Baum nicht zu vernachlässigen. Es können bereits 300g der Bucheckern für ein Pferd tödlich sein. Symptome für eine Vergiftung sind neben Atembeschwerden und potentieller finaler Atemstillstand, Erweiterung der Pupillen oder Muskelzittern.

4. Buchs

Der Buchsbaum ist ein immergrünes Gewächs, das gerne zur Garteneinfassung benutzt wird. Der Baum ist jedoch in allen seinen Teilen eine Giftpflanze und daher für ein Gelände, wo Pferde beheimatet sind, nicht zu empfehlen. Zudem empfiehlt EquiCrown diese Pflanze nicht für Turnierdekorationen einzusetzen. Der Buchsbaum ist für Pferde höchst unverträglich und kann zu einer Atemlähmung führen, aber erst eine größere Menge der Blätter (ca. 1 kg) wirkt tödlich.

5. Eiche

Auch bei Eichen und ihren Früchten, den Eicheln, ist Vorsicht geboten. Denn bei Pferden tritt der Tod bereits nach unter einem halben Kilogramm der Rinde, ca. 300g, ein. In kleinen Mengen ist der Verzehr bedenkenlos – allerdings sind Eicheln bei vielen Pferden sehr beliebt. Daher ist eine starke Kontrolle der Dosierung nötig, um das Pferd vor einer Vergiftung zu schützen. Vergiftungen führen – neben der tödlichen Menge – unter anderem zu Nierenversagen oder Leberschäden.

Pflanzen – Vermeiden Sie diese Pflanzen unbedingt auf der Weide

1. Jakobs-Kreuzkraut

Das Jakobs-Kreuzkraut ist eine Pflanze, die tunlichst nichts in einer Pferdeweide zu Suchen hat, da sie zu den Giftpflanzen zählt. Bereits eine geringe Dosis von etwa 40g kann bereits für ein Pferd tödlich sein. Kleinere Dosen können jedoch auch langfristige Leberschäden hervorrufen. Neben Koliken, Lecksucht, Sonnenbrand oder unkoordinierter Bewegungsdrang können infolge plötzliches Erblinden oder Haarausfall Symptome sein.

Sollten Sie diese giftige Pflanze auf Ihrer Weide entdecken, schneiden Sie diese nicht nur ab, sondern versuchen Sie das Jakobs-Kreuzkraut samt der Wurzel zu entfernen. Kleine Austriebe des giftigen Krautes haben nämlich bereits die Giftstoffe in sich. Enthalten aber noch keinerlei Bitterstoffe, die das Pferd vom eigentlichen Verzehr abhalten könnten.

Korrektes Vorgehen, wenn Sie Giftpflanzen, wie Jakobs-Kreuzkraut entdecken, wird hier erklärt.

2. Seidelbast

Vom Seidelbast gilt auch bereits eine minimale Dosis von 30g als tödlich. Symptome für eine Vergiftung mit Seidelbast sind Entzündungen der Schleimhäute, Magen und Darm. Aber auch wenn es zu blutigem Durchfall, Atemnot, Fieber oder Gleichgewichtsstörungen kommt, kann dies auf eine Vergiftung durch giftige Pflanze Seidelbast zurückzuführen sein. Auch wenn das Nervensystem geschädigt wirkt oder das Pferd einen Kreislaufzusammenbruch erleidet, ist es möglich, dass diese Symptome auf den Verzehr vom Seidelbast herrühren.

3. Herbstzeitlose

Vergiftungen durch die Herbstzeitlose treten meist in den Sommermonaten bis in den Herbst hinein auf, denn in dieser Zeit besteht die Möglichkeit, dass Pferde die Samen oder die Blüten der Herbstzeitlosen fressen. Symptome für eine Vergiftung sind beispielsweise Koliken oder blutiger Durchfall sowie Lähmungserscheinungen oder Kreislaufzusammenbruch.

4. Gundermann

Der Gundermann mit seinen blau-violett-farbenen Blüten ist in Mitteleuropa häufig anzutreffen, weswegen EquiCrown diese giftige Pflanze hier auflistet. Obwohl sie erst in größeren Verzehrmengen zum Tod führen kann. Vergiftungssymptome sind unter anderem eine Pupillenerweiterung, rötlich-gelber Schleimausfluss oder Atemnot.

5. Pfaffenhütchen

Das Pfaffenhütchen, auch gewöhnlicher Spindelstrauch genannt, ist für viele Tiere und auch für den Menschen eine giftige Pflanze. Anzeichen für eine Vergiftung durch das Pfaffenhütchen können neben Fieber und Kurzatmigkeit auch Durchfall oder Krampfanfälle sein. Der Tod eines Tieres tritt meist nach ein paar Tagen ein. Je nach Dosierung auch nach wenigen Stunden.

6. Eisenhut

Der Eisenhut gilt als eine der giftigsten Pflanzen in Europa. Bereits wenige hundert Gramm führen bei einem Pferd zu Atemlähmung und Kreislaufversagen. Diese Symptome führen meist zum Tod. Bei einer Eisenhut-Vergiftung gilt der Tod als besonders qualvoll. Andere Bezeichnungen für den Eisenhut sind Wolfswurz oder Sturmhut.

7. Fingerhut

Leidet Ihr Pferd an blutigem Durchfall, könnte es sich am Fingerhut vergiftet haben. Der Fingerhut gehört zur Pflanzenart „Digitalis“, welche grundsätzlich alle giftig sind und somit zu den Giftpflanzen zählen. Bei starker Vergiftung führt die Vergiftung zum Tod durch Herzstillstand. Die Menge, die zum Tod bei Pferden führt, ist mit 25g der getrockneten Blätter äußerst gering. Frische Blätter sollte das Pferd nicht mehr als maximal 100g zu sich nehmen, da bei dieser Dosis auch schon der Tod einsetzen kann.

Wir weisen darauf hin, dass dies nur ein kleiner Auszug dessen ist, was es an Giftpflanzen für Pferde gibt!

Hinweise zum korrekten Umgang mit Giftpflanzen und giftigen Bäumen

  • Pferde (insbesondere Stallpferde) haben oft ihren natürlichen Instinkt verloren giftige und bitter schmeckende Pflanzen zu meiden. Achten Sie deshalb immer darauf, dass Sie Ihr Pferd von giftigen Pflanzen fernhalten.
  • Viele Pflanzen sind auch (häufig auch dann besonders) wenn sie getrocknet sind giftig für das Pferd (z. B. Jakobskreuzkraut, Fingerhut, u.a.). Heckenschnitte, Baumschnitte oder Reste von Giftpflanzen haben nichts auf der Weide oder im Futter zu suchen.
  • Hat Ihr Pferd Giftpflanzen verzehrt oder sie haben eine Vermutung, dass sich Ihr Pferd durch eine Nahrungsaufnahme vergiftet hat, rufen Sie IMMER einen Tierarzt zu Rate. Bestenfalls halten Sie für eine genaue Diagnose ein Stück der Pflanze als Anschauungs- und Identifizierungsmaterial bereit.

 

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