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Angelaufene Beine und Gallen. Ursachen und Behandlung

Angelaufene Beine oder auch Gallen, sind unter Reitern keine unbekannten Begriffe. Es handelt sich hierbei um Flüssigkeitsansammlungen in den Gliedmaßen der Tiere. Diese sind oftmals auf Erkrankungen des Lymphsystems zurückzuführen.
Doch wie entstehen die beiden Krankheitsbilder, was hilft wirklich und wie gehen Sie eine erfolgreiche Kompressionstherapie an?
Mit diesen Fragen haben wir uns auseinander gesetzt und wollen Ihnen die Auswirkungen und deren Therapiemöglichkeiten näher erläutern.

 


Angelaufene Beine und Gallen – Gut zu wissen!

  • Das Lymphsystem ist essentiell für die Gesundheit, da es für die Infektionsabwehr und den Transport verschiedenster Teilchen zuständig ist.
  • Das Lymphsystem zieht sich, wie auch beim Menschen,  durch den gesamten Körper des Pferdes. Beeindruckend ist, dass ein Pferd ca. 8000 Lymphknoten besitzt, ein Mensch dagegen besitzt nur zwischen 400 und 600 Lymphknoten.
  • Am häufigsten treten angelaufene Beine an den Hinterbeinen auf, dies ist darauf zurückzuführen, dass die Lymphflüssigkeit in der Schultergliedmaßen einen kürzeren Weg zum Venenwinkel haben als in den Beckengliedmaßen.
  • In etwa 70% aller Fälle, ist die rechte Beckengliedmaße stärker betroffen als die linke.
  • Häufig sind geschwollene Beine ein Symptom für die Erkrankung des Lymphsystems

 

Was sind Gallen?

Gallen sind vermehrte Flüssigkeitsansammlungen einer Gelenkkapsel, einer Sehnenscheide oder eines Schleimbeutels.

Mögliche Ursachen hierfür sind Verletzungen, Entzündungen, Abflussstörungen des Lymphsystems, Überbelastung, hartes Trainingsprogramm, Fütterung, Anatomische Beschaffenheit, falsche Bodenverhältnisse, überstrapazierte Sehnen/Sehnenscheiden und Gelenksveränderungen.

Die Gallen, welche auch als Hygrome oder Hydrops bezeichnet werden, können ein Leben lang bestehen bleiben. Sie müssen zwar keine ernsten Erkrankungen oder Symptomatik zur Folge haben, jedoch sollten sie immer mit einem sorgsamen Auge beobachtet werden.

Die Gelenksflüssigkeit wird auch als Synovia bezeichnet  und ist für die Versorgung und zum Schutz des Gelenkes zuständig. Des Weiteren werden mit ihr Stoffwechselprodukte transportiert.

Bei einer sog. idiopathischen Synovialitis, handelt es sich um einen chron. Synovialerguss eines Gelenkes. Hierbei liegt eine unterschiedliche Pathogenese (=Entstehung und Entwicklung einer Krankheit) zugrunde, welche weder mit Lahmheit, Wärme, vermehrter Empfindlichkeit einhergeht. Auch mittels Röntgen können keine nachweisbaren Veränderungen festgestellt werden. Besonders Fesselgelenksgallen oder Kreuzgallen sind hierfür typische Beispiele.

Sehr weiche Gallen bereitem dem Pferd meist keine größeren Schmerzen. Jedoch können sich diese bei langem Bestehen als Folge einer Fibrose verhärten, was die Beweglichkeit einschränkt. Als Fibrose wird eine Vermehrung von kollagenen Fasern in einem Gewebe oder Organ bezeichnet. Gallen verursachen an sich keine Lahmheiten, jedoch können diese mit Arthritis (=Gelenksentzündung), Bursitis (=Schleimbeutelentzündung) und Tendinitis (=Sehnenentzündung) einhergehen und benötigen daher eine entsprechenden Symptombehandlung.

Mithilfe der Kompressionstherapie wird das Lymphsystem wieder in Schwung gebracht und gestaute Regionen wieder entstaut. Daher können auch angehende oder starke Verhärtungen vermieden bzw. verbessert werden. Sie sollten daher mit Ihrem behandelnden Tierarzt über die Unterstützung durch die ganzheitliche Therapiemöglichkeit einer Kompressionsbehandlung sprechen. Hierfür stehen Ihnen auch Therapeuten zur Seite, welche eng mit Tierärzten und Tierkliniken zusammenarbeiten.

 

Wie können geschwollene Beine und Gallen bei Pferden unterschieden werden?

Bei Gallen handelt es sich, wie oben bereits genauer erläutert um eine vermehrte Flüssigkeitsansammlung, welche an bestimmten Bereichen hervortritt und sich beulenartig darstellt.

Angelaufene Beine hingegen weisen als Indikator auf eine Fehlfunktion des Lymphsystems hin. Bei der Palpation (=Abtasten) der Gliedmaße, kann man durch das Hineindrücken mit einem Finger in das Gewebe einen Lymphstau erkennen, idem eine Kuhle bestehen bleibt.

Mögliche Ursachen für eine Störung des Lymphsystems sind Verletzungen, lange Stehphasen, eiweißreiche Fütterung, Nierenprobleme und Stoffwechselstörungen.

In beiden Fällen ist es wichtig den Ursachen auf den Grund zu gehen, die Schwellungen weiter zu beobachten und im Falle einer Kompressionstherapie mit dem zuständigen Tierarzt das Vorgehen zu besprechen.

 

Wie können Sie Ihr Pferd bei angelaufenen Beinen und Gallen unterstützen bzw. vorbeugen?

Das Pferd ist ein Lauftier, daher ist es enorm wichtig, dass Sie dafür sorgen, dass Ihr Pferd täglich genug Auslauf bekommt.
Des Weiteren sollten Sie für eine optimale Fütterung unter Berücksichtigung der täglichen Arbeit und deren Anforderungen sorgen um einen Eiweißüberschuss im Körper vorzubeugen.
Um mögliche Veränderungen zeitnah zu erkennen, ist eine regelmäßige Palpation der Gliedmaßen unabdingbar. Bitte denken Sie daran, dass bei Pferderassen mit viel Behang, eine Veränderung nicht immer gleich sichtbar ist. Sie sollten daher ggf. nochmal einen zweiten Blick darauf werfen.

Die Kompressionsversorgung sollte im Falle einer Veränderung ein Bestandteil der ganzheitlichen Therapie in Rücksprache mit Ihrem Tierarzt sein.

 

♥ EquiCrown Expertentipp:

Unsere EquiCrown Kompressionsbandagen unterstützen bei der  gezielten Entstauungstherapie. Die Versorgungen wirken durch äußerlichen Druck und unterstützen den Abtransport der Lymphflüssigkeit. Speziell für angeschwollene Beine und Gallen, bei welchen eine Störung des Lymphsystems sehr naheliegend ist, wirken diese Bandagen als Ergänzung zu einer ganzheitlichen Therapie.
Des Weiteren finden die Bandagen ihren Einsatz bei Pferden mit langen Transportphasen, nach Operationen, Verletzungen, Phlegmonen, zur Narbenbehandlung und langen Stehphasen.

Unsere Serienbandagen EquiCrown active und EquiCrown fit eignen sich speziell für geschwollene Beine. Diese erhalten Sie bei uns in 5 Größen. Sollte das Bein Ihres Pferdes in keine Größe seinen Platz finden, so besteht die Möglichkeit zur Anfertigung einer Maßbandage.

 


 

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